Legionellen

Die Legionellen (Legionella) stellen eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien in der Familie der Legionellaceae dar. Zur Zeit kennt man mehr als 48 Arten und 70 Serogruppen.

Es sind im Wasser lebende gramnegative nicht sporenbildende Bakterien, die durch ein oder mehrere polare oder subpolare Flagellen (Geißeln) beweglich sind.

Alle Legionellen sind als potenziell humanpathogen anzusehen.

Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila (Anteil von etwa 70-90 %, je nach Region), sie ist Erreger der Legionellose oder Legionärskrankheit. (Quelle: wikipedia)

Legionellen wurden erstmals im Juli 1976 im Bellevue-Standfort Hotel in Philadelphia entdeckt.

Dort erkrankten beim 58. Kongress ehemaliger amerikanischer Soldaten (American Legion) 180 von 4400 Delegierten. Die Krankheit forderte 29 Opfer, und obwohl der Kongress am 22. Juli startete, bemerkte das Gesundheitsamt erst am 2. August, dass eine Epidemie grassierte.
Natürlich starteten sofort Untersuchungen, dennoch dauerte es bis Januar 1977, als es den Forschern gelang, das Bakterium aus Lungengewebe eines verstorbenen Veteranen zu isolieren. Legionellen kommen dort vor, wo mit erwärmtem Wasser optimale Bedingungen für die Vermehrung gegeben sind. Dieses sind:

  • Warmwassererzeugungs- und Warmwasserverteilungsanlagen
  • in "älteren" Schwimmbädern
  • Luftwäscher in Klimaanlagen
  • Kühltürme
  • in Biofilmen
  • in Krankenhäusern
  • in Schulduschen
Eine Übertragung von Legionellen auf den Menschen ist prinzipiell durch Kontakt mit Leitungswasser möglich, wenn die Legionellen in die tiefen Lungenabschnitte gelangen.
Dies kann auf zwei Wegen geschehen:
  • Aspiration winziger Wassermengen (= Mikro-Aspiration)
  • Inhalation von feinsten Wassertröpfchen (= Aerosole)